Philosophieren mit Bildern (1)

Mai 19th, 2010

Wolken und Licht

Licht fasziniert uns. In der Philosophie es ist das Symbol für Wissen. In den Religionen ist es das Symbol für Gott. Menschen suchen Licht. Lichtmangel macht uns depressiv und krank. Sogar Menschen im Wachkoma drehen ihren Kopf zum Fenster. Licht wärmt und ermöglicht uns zu sehen. Auch sprachlich spiegelt sich die Bedeutung des Lichts für uns wider: bei charismatischen Persönlichkeiten reden wir manchmal von “Lichtgestalten”. Licht – nicht nur am Ende des Tunnels – ist das Zeichen für Hoffnung.

Dieses Bild habe ich fotografiert, als ich morgens joggen war. Ich bin nicht Caspar David Friedrich, der darin wahrscheinlich eine Botschaft Gottes gesehen hätte. Für mich war es ein Glücksmoment, dass ich am richtigen Ort war und in der kurzen Zeit, in der der Himmel zeigte, was über ihm ist, gerade nach oben schaute und mich faszinieren lassen konnte. Weiter nichts – einfach ein bereichernder Moment in meinem Leben.

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Suzy Lee, Welle … ein Bilderbuch

März 9th, 2010

ich finde: besonders für Erwachsene!

Suzy Lee, Welle

Das Format ist wie der Horizont am Meer. So breit kam noch kein Buch daher. Ein Mädchen, immer begleitet von  fünf Möwen, erlebt einen Tag am Meer. Es gibt eine reiche Gefühlswelt wie im richtigen Leben: Neugier, Stutzen, Respekt, Allmachtsphantasien, Planschwut, Schreck, Überraschung… Man erlebt die  Annäherung eines zuerst vorsichtigen Mädchens an ein neues Element. Die Annäherung verläuft nicht gradlinig, jede Seite ist eine Überraschung. Am Schluss winkt das Mädchen dem Meer zum Abschied zu.

Suzy Lee ist eine geniale Zeichnerin, die mit einem sparsamen flüssigen Strich alle Empfindungen in den Körperausdruck des kleinen Mädchens legt. Das Buch braucht keine Worte. Und es braucht kaum Farben. Suzy Lee kommt mit zweien  aus. Das Meer ist blau, alles andere grau. Da das Meer sich nicht an seine Grenzen hält, breitet sich das Blau immer weiter aus. Wie das Meer seine Schätze.

Warum dieses Buch auf der gesund-mit-krebs-Seite?

Ich finde, das Mädchen zeigt Mut für eine vielfältige Annäherung an etwas, das gefährlich sein kann und nicht nur harmlos ist. Das Meer sehe ich hier auch als Symbol für die Widerfahrnisse des Lebens. Das Mädchen verabschiedet sich am Ende freundlich vom Meer. Es spiegelt vielleicht den einen oder anderen Weg, den manche Erkrankte gegangen sind. Auf jeden Fall lohnt es sich, mal zu gucken, wozu das kleine Mädchen uns anregt. Eines Tages wird sich jeder Mensch von seinem Leben verabschieden müssen. Können wir das dann auch freundlich?

Meine Lieblingsseite?

Die, auf der das Mädchen dem Meer in Siegerpose die Zunge rausstreckt.

Wenn Sie es kaufen möchten, klicken Sie hier.

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