Alexandra von Stein, Feind in meiner Brust

März 9th, 2010

Untertitel: Per E-Mail durch eine Brustkrebstherapie. Ein Mutmachbuch mit einem Vorwort von Prof. Dr. med. Josef Beuth und einem Nachwort von Bettina Böttinger. Köln 2007

Vom Titel her kannte ich das Buch schon lange. Gelesen habe ich es erst, nachdem mir Alexandra von Stein persönlich auf einem Kombra-Treffen in Hamburg begegnet ist. Ich dachte vorher, wie eine andere Frau ihre Erkrankung verarbeite, sei mir nicht so wichtig, solange ich mit meiner eigenen Verarbeitung zu tun habe. Doch als ich die Autorin zwei Jahre nach Erscheinen des Buches kennenlernte, interessierte mich, wie sie ihre Krankengeschichte erlebt hat. Von den E-Mail- Kontakten und den Geschichten drum herum gefiel mir besonders diejenige mit dem Friseur und seinem besonderen Einfühlungsvermögen (mehr wird hier von mir nicht verraten). Auch die Anflüge von schwarzem Humor, wenn sie von “Mr. Tumor” spricht, den sie auch manchmal “meinen Mietnomaden” nennt, machen das Lesen amüsant – wenn man das angesichts von Krebs denn aushält. Angerührt hat mich auch “Ein nie abgeschickter Brief” an eine Renate, in dem die Autorin eine Begegnung mit einer Bekannten verarbeitet. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. Denn es trifft wahrscheinlich immer wieder bei vielen schweren Krankheiten ein, dass jemand mit der Erkrankung von jemand anderem nicht umgehen kann. Aber dass die Renate im Buch es aussprechen kann, ihre Hilflosigkeit formulieren kann und genau das für beide entlastend ist, ist ein wunderbares Beispiel zum Nachmachen. Auch der andere Part, die Reaktion der Autorin auf die Begegnung, gehört dazu. Sie ist nicht abweisend, ganz im Gegenteil. Sie fühlt die Not der Gesunden und geht auf sie zu. Der Schlüsselsatz dazu: “Vielleicht ist dir irgendwie klar geworden, dass auch ich vorher nicht gefragt wurde, wie ich mal mit einer solchen Situation fertig werden würde. Neuland also, für uns beide.” (S. 71)

Es ist kein literarisches Buch. Es ist ein Bericht, der viele E-Mails präsentiert.  Man mag sie nichtssagend finden, weil man die Menschen nicht kennt, die das an jemanden, den man auch nicht kennt, schrieben. Man erhält aber viele Beispiele für Trost- und Aufmunterungsversuche. Insofern ist es vielleicht besonders ein Buch für Gesunde…

Der Feind in meiner Brust

www.feind-in-meiner-brust.de

www.hayit.de

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