Aufruf: Was hilft?

März 21st, 2010

Einladung an Menschen, die von Krebs betroffen sind

Die Idee entstand bei uns: wir sind eine Gruppe von Frauen, die in unterschiedlicher Weise von Krebs betroffen sind – als Patientin oder Angehörige, aber auch als Seminarleiterin, Beraterin und Therapeutin zu den Themen der Krankheitsverarbeitung und Sinnfindung nach der Diagnose Krebs..

Uns ist aufgefallen: Es gibt viele Veranstaltungen für PatientInnen. Es gibt viele Bücher über Krebs. Aber: es gibt kaum eine Veranstaltung von PatientInnen für PatientInnen. Das  möchten wir gerne nachholen.

Denn wir sind sicher, dass Betroffene sich sehr viel Gutes, Anregendes und Hilfreiches zu sagen haben.

Wir planen eine Plakatausstellung, die zeigt, was Betroffene gerne an andere weitergeben möchten.

Was würden Sie gerne an andere weitergeben? Wir laden alle, die etwas dazu beitragen wollen, ein, uns ihre Erfahrungen und Anregungen zu schicken.

Was war Ihre wichtigste Erfahrung? Hatten Sie  ein hilfreiches Erlebnis? Was hätten Sie lieber nicht erlebt oder sich anders gewünscht? Welche Wünsche haben Sie an sich, an Ihre Familie, an ihr künftiges Leben? Haben Sie vielleicht sogar Wünsche an die Öffentlichkeit? Welche guten Gedanken haben Sie? Von welchen Gedanken oder Ängsten werden Sie „heimgesucht“? Was hat Ihnen geholfen, wieder nach vorne zu schauen? Woher haben Sie wieder Mut geschöpft? Was macht Sie stark? Was wurde Ihnen durch die Krankheit weggenommen? Haben Sie durch die Erkrankung auch etwas für Ihr Leben gewonnen? Welche Erfahrung möchten Sie an andere Betroffene weitergeben? Was haben Sie uns und anderen zu sagen? Was haben diejenigen zu sagen, die kein Buch geschrieben haben?

Nehmen Sie unsere Fragen als Anregung. Sie müssen nicht auf eine bestimmte antworten. Vielleicht haben Sie selbst etwas zu sagen, was durch unsere Fragen gar nicht abgedeckt ist.


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Wir bedanken uns schon jetzt herzlich bei Ihnen!

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7 Responses to “Aufruf: Was hilft?”

  1. Renate schmidt

    Hallo, liebe Frauen!
    Das ist eine gute Idee, die Ihr da habt. Ich möchte gern etwas dazu beitragen, vielleicht um betroffenen Menschen auch Mut zu machen, denn ich habe den Krebs bis heute überlebt. In der Zeit der Auseinandersetzung mit der Krankheit und meinem Leben fing ich an Gedichte zu schreiben, außerdem sind im Rahmen der Kunsttherapie, die ich während der Erkrankungen machte ,Bilder entstanden.
    Ich würde gern zwei oder drei Gedichte zur Verfügung stellen und ein o. zwei Bilder, gern auch mit Namen.
    Mit lieben Gruß und viel Glück für diese Arbeit, die Ihr Euch macht
    Renate Schmidt

  2. admin

    Liebe Renate,
    vielen Dank für Deine Unterstützung! Wir sind ganz neugierig auf Deine Gedanken, Anregungen und Bilder. Du kannst sie gerne an die E-Mail info@ethikconsult.de schicken, wenn Du sie hier nicht veröffentlichen möchtest.
    Beste Wünsche für Deine Gesundheit!
    Agnes Hümbs

  3. F.Beyreiß

    Und wieder allein

    Eine Wahrheit – die Wahrheit – lebensbedrohende Wahrheit.
    Ausgespuckt im Nebensatz, hingeworfen im Abgang:
    Diagnose Krebs.

    Allein, ohne Erklärung, ohne Trost,
    ohne Zuwendung, allein stehe ich davor,
    erstarrt in der Todesbedrohung.

    Allein in der Gewissheit:
    Mein Leben ist endlich, das Glas geht zur Neige, bin näher am Ziel.

  4. admin

    Lieber Friedhelm,
    Dein Text geht unter die Haut. Da kommt er ja auch her: von innen. Das Fehlen der Verben, die auch “Zeitwörter” heißen, hat mich dabei besonders berührt. Herzlichen Dank, uns teilhaben zu lassen!
    Agnes Hümbs

  5. malou

    mir hilft es gedichte zu schreiben, um in all den gefühlen halt zu finden, die mich seit der diagnose krebs überschwemmen:

    WAS ES GIBT

    ES GIBT ZEITEN
    DA FRAGT MAN SICH
    WARUM GERADE ICH

    ES GIBT ZEITEN
    DIE SIND SO FÜRCHTERLICH
    DA FRAGT MAN SICH
    WARUM GERADE ICH

    ES GIBT ZEITEN
    DA GEHT DURCH ALLES EIN STRICH
    DIE SIND SO FÜRCHTERLICH
    DA FRAGT MAN SICH
    WARUM GERADE ICH

    ES GIBT WAHRHEITEN
    DIE VIEL SCHMERZ BEREITEN
    DENN DIE ANTWORT HEIßT SCHLICHT
    WARUM DENN NICHT.

    OH W!
    WELLEN WOLLEN WOHL UND WÄRMEND
    WANKEND WESEN WEGE WEISEN
    WURMIG WURZELN WEIGERN SICH
    WIRRER WILLE WEHRT SICH NICHT.

    WINTER
    RAUHREIFEN HERZENS UND FRIERENDEN BLICKS
    STEHT SIE AM FENSTER UND SCHAUT STUMM INS NICHTS

    SCHNEEFLOCKEN FALLEN STETIG UND DICHT
    DOCH IHRE DECKE TRÖSTET SIE NICHT

    KANN DIE SEHNSUCHT NACH WÄRME NICHT STILLEN
    NUR DAS FROSTIGE GRAU KURZ VERHÜLLEN.

    AUF DEM TROCKENEN ZAPPELN
    EISKALT HAT ES SIE ERWISCHT
    DIE GEFÜHLE AUFGEMISCHT
    NICHTS MEHR WIE ES EINST GEWESEN
    WIE KANN SIE DAVON GENESEN
    KÖRPERS MITTE IST ZERSCHNITTEN
    DIE GEDANKEN SIND ZERSTRITTEN
    SCHMERZEN HIER UND GRÜBELN DORT
    ALTE ORDNUNG, WERTE: FORT

    TROTZDEM SPÜRT SIE AUCH NOCH KRAFT
    ALLEIN WAS FEHLT DAS IST DER SAFT
    DER DEN FLUSS, BEWEGUNG BRINGT
    ÜBER DIE BARRIEREN SPRINGT
    HIN ZU NEUEN UFERN SCHWIMMT:

  6. admin

    Liebe malou,
    vielen Dank für Deine Gedichte! Sie drücken die Gefühle, die wohl viele haben, in so klaren, einfachen Worten und Bildern so treffend aus. Es ist schön, an Deinem Talent teilhaben zu dürfen.
    Alles Gute für Deine Gesundheit und lieben Gruß
    Agnes Hümbs

  7. Martina

    Zwanzig Jahre ist es bestimmt her.
    Ein Radio-Interwiew zum “Philosophie” lässt mich aufhorchen. Eine Philosophin führt aus, was das Thema mit dem täglichen Leben zu tun hat und dass sie eine Philosophische Praxis in Bremen betreibt. DIE FRAU KENNE ICH – Stolz stelle ich den Empfänger lauter!
    Heute kann ich mich an den Inhalt des Beitrags nur wage erinnern. Ein Gedanke jedoch, ein Motto, dass damals von Agnes Hümbs geprägt wurde, begleitet mich seit dem: HANDLUNGSFÄHIG BLEIBEN! Das hilft, wie dieses Blog-Angebot zeigt.
    Und ich bin sehr froh, dass wir uns beide in dieser Weise aktiv durch das Leben bewegen, zuweilen sogar gemeinsam. Und das ist besonders schön!

    Mit besten Grüßen vom Bahnhofsplatz 1, M.