Geh Deinen Weg – Krebsbetroffene wandern in Richtung Gesundheit

Januar 9th, 2013

In Anknüpfung an die inzwischen sehr beliebten Tageswanderungen für Krebsbetroffene rund um Oldenburg und die erfolgreiche Pilgerwanderung in 2012 auf dem Sigwardsweg planen wir für 2013 weitere interessante Wanderungen.

Sich selbst wieder etwas zutrauen nach einer Krebserkrankung, so könnte das Motto der Wanderungen lauten. Die körperliche Leistungsfähigkeit und das Selbstbewußtsein wird gestärkt, und im Gehen können Erfahrungen mit der Erkrankung besser verarbeitet werden. Wissenschaftliche Studien belegen sogar eine Verringerung des Rückfallrisikos und eine Verlängerung der Lebenszeit durch körperliche Bewegung.

Gerade das Wandern, die Bewegung zu Fuß in der Natur, ist die natürlichste Möglichkeit, sich fortzubewegen.

Wandern im Ammerland bei Oldenburg

Wanderweg im Ammerland bei Oldenburg

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, hier vor Ort gemeinsam mit anderen Teilnehmern, geführt von dem erfahrenen Wanderführer Wolfgang Ehlts, Erfahrungen mit dem Thema „Bewegen zu Fuß“ zu sammeln. Gewinnen Sie das Vertrauen in die KräfteIhres Körpers zurück.

Wandern auf dem Hümmlinger Pilgerweg

Als Einstieg für Sie sollten Sie an mindestens einer Tageswanderung teilnehmen, um Ihre Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Diese Wanderung wird Sie mit leichtem Gepäck (Ihre Tagesverpflegung) über circa 18 bis 20 km auf dem Ringweg um Oldenburg oder in die Oldenburger Umgebung führen.

Sollte Ihnen diese Aktivität zusagen, und Sie Kraft und Mut für weitere Wanderungen aufbringen, wird der Wanderführer Wolfgang Ehlts gerne mit Ihnen über 5 Tage hinweg insgesamt circa 90 km auf dem Hümmlinger Pilgerweg pilgern. Unterkünfte sind für Sie vorgebucht. Ein Gepäcktransport kann von Ihnen ganz oder teilweise in Anspruch genommen werden. Wir empfehlen, trotzdem nur das wirklich Notwendige mitzunehmen.

Wir starten in Börger mit dem Pilgersegen und enden auch dort wieder. In 5 Etappen führt uns der landschaftlich schöne Pilgerweg ohne größere Steigungen durch den Hümmling.

Die im Voraus zu überweisenden Kosten für die Pilgerwanderung in Höhe von 320 Euro beinhalten die Fahrtkosten hin und zurück, 4 Übernachtungen mit Frühstück, die Wanderleitung, gegebenenfalls Gepäcktransport, das Informationsmaterial zur Strecke und den Pilgerpass. Kalkulieren Sie bitte weitere individuelle Kosten für Ihre Verpflegung unterwegs.

Die Teilnahme an den Tageswanderungen sind bis auf Ihre persönlichen An- und Abreisekosten sowie gegenenfalls Verzehr unterwegs kostenlos.

Für die Tageswanderungen sinnvoll

Wanderweg bei Oldenburg mit Wald, Feld und Bach

Zwischen Feld und Wald am Bach wandern im Ammerland bei Oldenburg

 feste Wanderschuhe

 normaler kleiner Rucksack

 gefüllte Wasserflasche (mind. 1 Liter)

 Lunchpaket

 Regenkleidung

Für die Pilgerwanderung sinnvoll

 feste Wanderschuhe

 Wanderrucksack

 gefüllte Wasserflasche (mind. 1 Liter)

 Obst und Snacks für unterwegs

 Regenkleidung

 Schuhe und Kleidung zum Wechseln

Weg auf Wiesengrund im Ammerland bei Oldenburg

Wandern auf Wiesenwegen im Ammerland bei Oldenburg

 gegebenenfalls etwas Lesestoff

Termine 2013

 27. April 2013

Tageswanderung

 25. Mai 2013

Tageswanderung

 20. Juli 2013

Tageswanderung

 7. September 2013

Tageswanderung

 27. September 2013

Vorbereitungstreffen zur Pilgerwanderung

 7. – 11. Oktober 2013

Pilgerwanderung auf dem Hümmlinger Pilgerweg

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung. Die Anmeldung für die Pilgerwanderung sollte bis Ende August 2013 erfolgen.

Veranstalter der Pilgerwanderung ist die Krebsberatungsstelle des Regionalen Tumorzentrums Weser-Ems im GesundheitsamtOldenburg, Industriestraße 1, 26121 Oldenburg

Ansprechpartnerin für weitere Informationen und Anmeldungen (bitte schriftlich) ist bei Dagmar Lienau, Telefon: 0441 235 8635, Krebsberatungsstelle Oldenburg.

Schlagwörter:, , ,

Tageswanderung für Krebsbetroffene – Erlebnisbericht

Juli 16th, 2012

Es war letzten Samstag und sah den ganzen Tag nach Regen aus. Aber es war nur eine Tageswanderung und ich dachte, abends in die warme Badwanne und dann ist alles wieder gut. Und wie das so ist, wenn man erst mal losgeht, am Ende regnet es dann doch fast gar nicht.

Erst einmal  im Leben vorher war ich 19 km am Tag gelaufen – vielleicht war es aber auch weniger. Ich wollte gerne ausprobieren, wie das ist. Was ich wußte, war, dass jemand die Wanderung führt. Das war richtiger Luxus, nicht gucken zu müssen, ob man sich verlaufen hat. Was ich nicht wußte, war, wie viele mitkommen und wie lange es dauert.

Am Bahnhof habe ich die Mitwandernden an der Größe der Rucksäcke erkannt. Wir waren eine kleine Gruppe von vier Frauen und zwei Männern. Einige hatten abgesagt. (Vielleicht wegen des Wetters?) Es wurde sofort geduzt und der “Anführer” hieß Wolfgang.

Nach 10 Minuten Zugfahrt standen wir vor dem Bahnhof und wanderten los. Am Bach entlang, durch eine Wiese mit Skulpturen. An Gehöften und Bauerngärten vorbei, später durch Mais- und Kornfelder. Meistens gingen wir zu zweit und tauschten ab und zu den Partner. Wir haben über Urlaube geredet und über Kochrezepte und welche Hobbies und komischen Angwohnheiten die zuhause gebliebenen Partner hatten. Einer kaufte gerne Hemden, obwohl er schon so viele hat. Ein anderer fror immerzu, während seiner Frau immer zu warm war. Noch ein anderer kochte gern und wieder ein anderer sorgte immer für übervolle Kühlschränke und Gefriertruhen. Es gab auch jemand, mit dem man schweigend laufen konnte. Auch das war schön.

Immer wieder tauchte diese Frage auf: Wieviele Kilometer haben wir schon? Ist das schon ein Viertel? Ist das die Hälfte oder schon mehr?  – Warum wollten die das wissen? War das so etwas wie “Mama, wie lange noch? Wann sind wir da?” Später dachte ich, dass es darum ging, die eigenen Kräfte einschätzen zu lernen. Bei vielen lag die Erkrankung noch nicht lange zurück. Einige hatten auch schon eine andere Tagestour oder eine mehrtägige Pilgertour mitgemacht und tauschten Tipps aus. Z. B. muss man bei Muskelkater Treppen rückwärts runtergehen, weil man es sonst nicht aushält.

Wolfgang achtete darauf, dass das Tempo für alle passend war. Auf dem Mauerrand eines Windrades haben wir eine Essenspause eingelegt. Ich habe noch nie so viele gesunde Snacks auf einmal gesehen. Die regelmäßigen Geräusche der Windräder kannte ich auch noch nicht. Das war zwar nicht wirklich romantisch, aber das Essen schmeckte so gut und die heitere Stimmung machte Spaß: “Wo kann man denn hier pinkeln?” “Im Maisfeld hinterm Windrad. Für 50 Cent.”

Dann ging es weiter, diesmal durch Wäldchen, an einem See vorbei. Manche Wege waren bemoost. Kleinen Fröschchen, so groß wie ein kleiner Fingernagel, sind wir begegnet, Rehe und Hasen sprangen durch das Gras und eine tote Rötelmaus lag auf dem Weg, schon stark von Ameisen besucht.

Als es auf den letzten Kilometern anfing zu regnen, fing einer an, Witze zu erzählen. Und alle fanden, wir hatten Glück. Als wir im Bus saßen, war Ausruhen wunderbar. Nur Wolfgang wäre den Weg am liebsten noch einmal gegangen.

Was bleibt? Platzen vor Stolz. Denn der Oberwanderer Wolfgang hat gesagt, wir wären nicht sonderlich langsam gewesen. Es bleiben die Bilder der Landschaften, der Stimmungen und Eindrücke. Es bleibt eine Gelassenheit und eine ruhige Zuversicht.

Schlagwörter:, , ,

Pilgerwanderung

Mai 29th, 2012

Krebsbetroffene wandern in Richtung Gesundheit

Die Krebsberatungsstelle der Stadt Oldenburg und des Regionalen Tumorzentrums Weser-Ems bietet im Sommer wieder Tageswanderungen unter Leitung des erfahrenen Wanderführers Wolfgang Ehlts an. Teilnehmen können Krebsbetroffene aus Oldenburg und Umgebung. Die nächsten Tagestouren finden am 14.Juli und 15.September 2012 statt: Gewandert werden 19 bzw. 16 Kilometer auf dem Ringweg um Oldenburg. Zurück geht es mit dem Bus.

Die Eintageswanderungen sollen als Vorbereitung für eine mehrtägige Pilgerwanderung im nächsten Frühjahr dienen, wie sie im Mai diesen Jahres das erste Mal stattgefunden hat. Vom 7. bis 11. Mai 2012 ist eine Gruppe Krebsbetroffener 80 Kilometer von Minden nach Idensen auf dem Sigwardsweg gewandert.  „Allein hätte ich das nicht geschafft!“ so die Aussage von mehreren der insgesamt 8 Teilnehmer (7 Frauen und ein Mann im Alter zwischen 44 und 68 Jahren) an der Pilgerwanderung für Krebsbetroffene. Trotz schlechter Nachrichten zwischendurch und verschiedener gesundheitlicher Einschränkungen erreichten alle Teilnehmer stolz und mit gestärktem Selbstbewußtsein das Ziel, die Sigwardskirche in Idensen, und erhielten dort den Abschlußsegen. Begleitet wurde die Gruppe vom Wanderführer Wolfgang Ehlts und der Psychologin der Krebsberatungsstelle im Gesundheitsamt, Dagmar Lienau, auf ihrem Weg durch das Wiehengebirge, das Wesergebirge und über die Bückeberge bis nach Idensen.

Die Eintageswanderungen sollen als Vorbereitung für eine mehrtägige Pilgerwanderung dienen, es kann aber auch unabhängig vom Interesse an einer längeren Wanderung teilgenommen werden.

Anmeldungen nimmt die Krebsberatungsstelle Oldenburg unter Telefon 0441 235-8635 oder per E-Mail an Dagmar.Lienau@stadt-oldenburg.de entgegen, außerdem Dr. Wolfgang Oschkenat unter Telefon 0441 36144007, der sich als Bewegungsmediziner am Wanderprojekt der Krebsberatungsstelle beteiligt.

Kosten: Dank der Unterstützung durch die Sparda-Bank müssen nur die Fahrtkosten  getragen werden.

Schlagwörter:, , ,

Es muss nicht immer der Jakobsweg sein: dann mal weg auf dem Sigwardsweg

März 17th, 2012

Wandern oder Pilgern ist seit Hape Kerkeling hoch im Kurs. Haben Sie auch schon von Pilgern für Krebsbetroffene gehört? Dr. Freerk Baumann von der Sporthochschule in Köln wandert schon sehr lange mit seinen Patienten. Über die Alpen gings für Männer mit Prostata-Krebs. Mit Frauen, die an Brustkrebs erkrankt waren, reiste er nach Norwegen in den Schnee, wo sie alle Iglus bauten und darin übernachteten. Eine Gruppe von Frauen schickte er fast zwei Monate lang über den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela .

Neuerdings muss man nicht nur auf dem Jakobsweg pilgern. Die Krebsberatungsstelle in Oldenburg bietet im Mai eine Wanderung auf dem Sigwardsweg an. Siehe auch in diesem Blog unter Termine.

Aber was ist am Wandern eigentlich so schön? Klar: die Landschaft, die frische Luft und im Mai meistens das Wetter. Wandern kann aber noch mehr sein: Durch die Regelmäßigkeit der Schritte und des Tempos wird das Atmen gleichmäßig, ohne dass man sich darauf besonders konzentrieren muss. Wandern wird so etwas wie Meditation. Für Krebsbetroffene ist es besonders hilfreich: die gleichmäßige Bewegung stärkt den Körper. Sie nimmt die gedankliche und psychische Belastung.  Wandern und Pilgern geben das Vertrauen in den eigenen Körper und in die eigenen Kräfte zurück, was durch die Krankheit gründlich verunsichert wurde. Nicht zuletzt macht Wandern und Pilgern “rechtschaffen” müde und einen wunderbar erholsamen Schlaf. Wandern – mit allem, was man dabei spürt und erlebt, macht ein intensives Gefühl von Lebendig-Sein. Statt Angst wächst Dankbarkeit.

Übrigens ist das Besondere am Oldenburger Angebot, dass es eine Probewanderung für diejenigen gibt, die noch nicht wissen, ob sie sich die größere Tour zutrauen. Die Eintagesour zum Schnuppern führt von Oldenburg nach Hude (ca. 18. km). Falls man sich die 5-Tagestour nicht zutraut, kann man also erst einmal ausprobieren, wie man das denn so schafft…

Na, Lust gekriegt? Einfach die Links anklicken und in der Krebsberatungsstelle anrufen.

Schlagwörter:, , ,

Reisen für Krebsbetroffene

August 2nd, 2010

Vom 15. bis 17. Oktober fahren die Seminarleiterinnen von MACH! mit Frauen, die von Krebs betroffen sind, in ein wunderbar gelegenes Seminarhaus. Mitten ein einer idyllischen Landschaft aus Wiesen und Teichen, ca. 60 km nordöstlich von Bremen, liegt das Seminarhaus Beverstedt Kramelheide. Skulpturen fügen sich harmonisch in die Natur ein und laden Sie ein, Verbundenheit zu spüren – mit sich, der Natur und dem eigenen Leben.

Die Seminarleiterinnen von MACH! sind Monika Hoffmann – sie bietet Tanzworkshops an, Hilke Milarch – sie bietet Biografie-Arbeit mit kreativen Mitteln an und Agnes Hümbs (das bin ich: mein Foto ist auf der Startseite dieses Blogs) – ich biete Philosophieren mit Bildern an.

Wer mehr Informationen haben oder mitfahren möchte, antwortet auf diesen Artikel (wird nicht als Kommentar veröffentlicht) oder schreibt eine mail an Chantal Cowan: mail@zwischenzeitreisen.de

Schlagwörter:, , ,